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Lerne den Umgang mit der Encaustic-Technik
Encaustic
• Einfache Methoden 1 -

 

 


Inhaltsübersicht:

 
 

  1. Einfache Beschreibung
  2. Geschichtlicher Hintergrund (
wirklich kurz)
  3. Die einfache Methode
  4. Vorzüge dieser Maltechnik
 
5. Malgründe allgemein
  6. Weisse Malgründe
  7. Pinsel & Reinigung
  8. Pigmente
  9. Wachs
10. Über Hitze & Erhitzen
11. Mehr über Hitze
12. Zusätzliche Werkzeuge
13. Der Einbrenn-Prozess
14.
Rezepturen für das Mischen
15. Altertümliche Techniken (sehr ausführliche Artikel und viele Abbildungen)

 

 

1.
Sehr einfache Beschreibung:

Die Farben für Encaustic-Malerei sind wirklich sehr einfach selbst herzustellen: aus geschmolzenem Bienenwachs und rohen Farbpigmenten. Das heisse Bienenwachs und die Pigmente werden zusammengemischt und können in ihrem flüssigen Zustand auf jeden nur erdenklichen Malgrund aufgetragen werden.
Es ist so kinderleicht und einfach wie es klingt! Lasse Deine Phantasie spielen mit dieser antiken Technik.

2. Ein paar Schritte in die Geschichte der Encaustic: (kurz!)

Die Geschichte der Malerei mit Encaustic-Farben reicht bis in die Antike zurück. Das Wort 'Encaustic' kommt von dem Griechischen Wort 'enkaustikos', welches in der Deutschen Sprache mit: 'einbrennen' übersetzt werden kann - der letzte anzuwendende Schritt in dieser Technik.
Es wird vermutet, das diese Maltechnik von den Griechen des Altertums erfunden und um das Mittelmeer herum verbreitet wurde. Die griechischen antiken Künstler benutzten Holzkohlefeuer in Bronzebehältern um das Wachs zu schmelzen. Sie benutzten über diesen Behältern Platten mit einem Gitter aus Vertiefungen für das geschmolzenen Wachsfarben und um diese warm und damit flüssig zu erhalten. Die Künstler dieser Zeit hatten bereits ein grosses Wissen über die Farbpigmente, welche sie in der Encaustic-Maltechnik einsetzten und entwickelten handwerkliches Geschick zu einer wahrhaft meisterlichen Kunst.
Die ältesten Stücke in dieser Maltechnik die man in der Acropolis in Athen gefunden hat, datieren zurück auf ca. 450 vor Christus. Einige Teile der Marmorstatuen dort sind hervorgehoben mit Encaustic-Malerei. Es wird weiterhin vermutet, das die Griechen des Altertums Encaustic-Malerei in der frühesten Form der 'Staffelei-Malerei' angewandt haben.

Die Griechen verbreiteten ihr Wissen ebenfalls bis nach Ägypten. Funde im
'Faiyum District' nahe Kairo datieren zurück bis ca. 200 vor Christus.; dort wurden ungefähr 600 der berühmten Mumiensärge gefunden.

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Beispiele der Funde.
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komplette Mumien-Beispiele mit eingearbeiteten Encaustic-
Malereien.
 
 

Auf ca. 80 vor Christus datieren die Funden des Römischen Reiches, in Städten wie Herculaneum und Pompeii. Hier wurde die Encaustic-Maltechnik für Wandmalereien angewandt. Es gibt Zeugnisse aus dem ersten Jahrhundert nach Christus, das Caesar ein Encaustic-Bild in Auftrag gegeben hat, welches von einem Künstler namens 'Timomakos' hergestellt wurde. Dieser Name deutet auf einen griechischen Künstler hin (die meisten üblichen Griechischen Namen enden mit Silben wie '-akis', '-akos' or '-oulos'.)

Ebenfalls das 'Christliche Gericht von Constantinopolis' sowie Herrschende des Byzentinische Reiches beauftragten ca. 600-700 n.Chr. griechische Künstler (oder von griechischen Künstlern ausgebildete Maler), um Kunstwerke in der Encaustic-Maltechnik herzustellen.

In der Zeit der Renaissance experimentierten Künstler wie Lukas Cranach und Andrea Mantegna mit Encaustic-Farben. Eine Geschichte erzählt von Leonardo DaVinci, dass sein Gemälde 'Die Schlacht von Anghiari' das Ergebnis eines misslungenen 'Einbrenn-Processes' mit Encaustic-Farbe ist, der das Gemälde letztendlich ruinierte.

Das 18. Jahrhundert erlebte ein Widergeburt der Encaustic-Malerei in Frankreich. Künstler, wie Loius-Joseph LeLorain, Jean-Jacques Bachelier, Alexandre Roslin und hauptsächlich Joseph-Marie Vien stellten Encaustic-
Arbeiten quer durch Frankreich aus. In der 'Acedémie Royale des Inscriptions Vien' wurde zuerst sein Encaustic-Bild 'Kopf der Minerva' ausgestellt. Dieses Gemälde führte zu einem Gesamt-Europäischen Enthusiamus hinsichtlich dieser Maltechnik. Carl Gustaf Pilo in Schweden, George Edwards, Horace Walpole, Joshua Reynolds, George Stubbs und Johann Heinrich Muentz in England sind die Künstler, die daraufhin ebenfalls die Maltechnik mit Encaustic-Farben aufgriffen. Deutsche Künstler, wie Jacob Wilhelm Christian Roux, Benjamin Calau, Franz Xavier Fernbach, Joseph Fratrel und Juleps Schnorr Von Carolsfeld verbreiteten die Encaustic-Technik in Deutschen Studios.
Italienische Künstler wandten ebenfalls die Technik an: Giuseppe Cades, Felice Giani, Luigi Campovecchio and Giovanni Battista. Um ca. 1850 benutzten viele europäische Künstler bereits die Encaustic-Technik. Viele setzten sie für Wandmalereien ein. Die Frankzosen Eugene Delacroix, Hippolyte Flandrin and Pierre Puvis de Chavannes, sowie der Schweizer Arnold Boecklin gebrauchten das Malen mit Wachs und experimentierten mit dieser Technik.

In Nord- und Mittel-Amerika begann der Prozess des Malens mit Encaustic-Farben im 20. Jahrhundert. Der mexikanische Künstler Diego Rivera ist sehr bekannt für seine Wandmalereien in Mexico City. In den 40er Jahren führten Karl Zerbe und David Aronson ihr Können im Malen mit Wachs als Mal-Medium zur Meisterschaft. Der jedoch international wohl bekannteste Künstler ist der Amerikaner Jasper Johns. Es war wohl seine 'nicht-traditionelle' Technik, drei-dimensionale Ziffern und Figuren in Encaustic, halfen diesem Medium seinen Weg zurück in die zeitgenössische Malerei zu finden.
Heute setzen viele Kunststudenten und etablierte Künstler diese Technik ein, um die Palette ihrer Malmittel zu erweitern. Zeugnisse davon finden wir z.B. bei den amerikanischen Künstlern Ann Huffman und Karen Jacobs, der deutschen Künstlerin Steffi Schott, sowie vielen anderen Künstlern rund  um den Globus.
Und alles begann einmal mit den 'ollen Griechen' vor ca. 2500 Jahren.

 
 
3. Die einfache Methode - auch für den knappen Geldbeutel

Encaustic ist eine wirklich sehr einfache und leicht anzuwendende Technik. Ebenso findet man die benötigten Werkzeuge für diese Art der Malerei in den meisten Haushalten. Noch einmal die einfache Art und Weise: geschmolzenes Bienenwachs in natürlicher oder gereinigter Form und rohe  Farb-Pigmente werden zusammengemischt = fertig ist Deine Malfarbe.
Es werden keine teuren Pinsel benötigt, wie bei der Aquarellmalerei. Die Farbpigmente sind recht preiswert und man benötigt für einen Versuch lediglich die 3 Grundfarben: Rot, Gelb und Blau.


4. Einige Vorzüge von Encaustic:

- 'Trocken'-Zeiten:
Der Hauptvorteil von Encaustic-Malerei ist wohl der, dass die Farbe sehr schnell in einen festen Zustand 'trocknet'. Du musst nicht wie bei Ölfarben einige Monate darauf warten, dass sie getrocknet sind. Der Schmelzpunkt von Bienenwachs liegt bei 65°. In der einfachen Methode, Encaustic-Farben als Malmittel einzusetzen, werden überhaupt keine Lösungsmittel, Verdünner oder was auch immer an sonstigen Zusätzen benötigt. Trotzdem halte ich es für angebracht, im Studio für ausreichende Frischluftzirkulation zu sorgen.

- Dauerhaftigkeit:
Nachdem das Wachs erhärtet ist, ist es auch schon in seinem permanenten Zustand. Du kannst es nun mit einem weichen Lappen polieren, um ihm einen leichten Glanz bis Hochglanz zu verleihen oder Du lässt es in seinem matten Zustand.
Encaustic-Arbeiten halten für eine Ewigkeit, wenn das Zimmer nicht über 65°C (163°F) geheizt wird (Schmelzpunkt des Bienenwaches und Dein eigener!) - anderenfalls läuft Dein Gemälde von der Wand. Die Encaustic-
Farben sind am sichersten in einem Bereich von ungefähr 4 - 44°C (40 - 110°F).

In einer sehr kalten Umgeben schrumpft die Encaustic-Farbe etwas. Wenn sie nicht ausreichend zwischen den einzelnen Farblagen oder mit dem Malgrund 'eingebrannt' wurde, kann es vorkommen, das sich diese einzelnen Lagen oder alle ablösen. Ebenfalls können in diesem Zustand  beim Transportieren des Gemäldes Risse an dessen Oberfläche entstehen.
Wenn Dein Gemälde etwas zuviel Hitze abbekommen hat und die Farben etwas weich geworden sind (was keinen wirklichen Schaden verursacht) - dann warte bis sie etwas abgekühlt sind und poliere die Oberfläche einfach noch einmal.

Encaustic-Gemälde sind weitgehends resistent gegen: Säuren, Feuchtigkeit, atmospherische Gase, Schmutz, Schimmel und Pilzbefall. Sie ziehen ebenso keine Insekten an, die daran knabbern.
Encaustic-Farben vertragen unbeschadet höhere Hitzegrade als Ölfarben.
Die Zutaten der Malfarben sind nur: reines Bienenwachs und Farbpigmente - es sind keinerlei Öle irgendwelcher Art in diesem Rezept - daher brauchst Du keine Bedenken wegen Vergilben der Farben, Nachdunkeln oder Rissen in der Oberfläche zu haben, wie es oft bei Ölbildern vorkommt. Ebenso ensteht kein Ausbleichen oder Abblättern der aufgetragenen Farben.

Denke an die weiter oben erwähnten 'Faiyum'-Portraits von Ägypten - sie überlebten mehr als 2000 Jahre ohne irgendeinen natürlichen Schaden und zeigen bis zum heutigen Tage ihre brillianten Farben. Grossartig!

- Keine Regeln:
Bei der Encaustic-Malerei entfällt die alte Grundsatzregel der Ölmalerei - es gibt kein 'fett über mager'.

- Arbeits-Techniken:
Jede nur erdenkliche Maltechnik, die Du mit Farben wie Öl-, Alkyd-, Acryl-, Wasserfarben, Gouache, Tempera oder was auch immer sonst für Farben Du benutzt hast - Du kannst sie ebensogut mit Encaustic-Farben anwenden.

Giesse sie, spritze sie, tröpfele sie, bringe Lage über Lage an, denke an jede Technik die Du bis jetzt angewendet hast - arbeite sehr detailiert oder arbeite wild - benutze durchscheinende Lasuren oder wende superdicke 'Impastos' an - es liegt an Dir, Deiner Stimmung, Deiner Technik zu malen und oder am darzustellenden Objekt, wie Du Encaustic-
Farben einsetzten willst.
Mit Encaustic kannst Du genauso gut sehr 'coole' Collagen anfertigen, Du kannst mit ihr bildhauerische umgehen, sie formen, modellieren; Du kannst Reliefe anfertigen, sie giessen, schnitzen, schaben, kratzen ......... - Encaustic-Farbe ist ein universelles Material um damit zu arbeiten und es gibt Dir die Freiheit, endlich einmal so richtig erfinderisch zu sein. Es liegt an Dir.

- Überarbeiten zu jeglichem Zeitpunkt:
Wenn Du mit einem Arbeitsschritt nicht zufrieden bist - kratze die Farbe einfach mit einem scharfen Messer wieder ab. Du kannst an jedem Abschnitt Deines Gemäldes jederzeit arbeiten und ihn auch wieder überarbeiten, wann und so oft Du auch willst. Selbst nach einigen Jahren noch!
Ein ganz wesentlilcher Vorteil von Encaustic-Farben liegt auch darin, dass Du sie einfach nur wieder zu erwärmen brauchst, um jederzeit Änderungen an Deinem Vorhaben durchzuführen.


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geplant und hier bald zu lesen:
"Encaustic - Erweiterte Methoden & Techniken"

 


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