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8. Pigmente:
Wenn
durch diesen Artikel über Encaustic Dein Hunger auf's
Ausprobieren geschürt wurde, dann kaufe Dir für den Anfang nur
die Pigmente der Grundfarben des Farbspektrums. Eine einfache
Auswahl von Kadmium-Rot, Zitronen-Gelb und Ultramarin-Blau eignen
sich hervorragend. Eine erweiterte Farbpalette kannst Du Dir durch
eigenes Mischen der Pigmente herstellen. Lese dazu weiter unten.
(Eigenes Mischen ist eine gute Wiederholung des Wissens darum, wie
Farben arbeiten.) Solltest Du aber nicht auf den Pfennig schauen
müssen, dann steht der Auswahl an fertigen Pigmenten nur die
Höhe Deines Bankkontos entgegen.
Willst Du Deine Farbpalette noch um ein Schwarz und Titanium-Weiss
erweitern wollen, so musst Du mit grösseren Mengen dafür
rechnen, denn gewöhnlich werden diese beiden Farben in Packungen
von mindestens 100 Gramm und grösser angeboten. Aber mach Dir
nichts daraus, der Preis ist nicht übermässig teuer und Du
kannst von den restlichen (oder nicht benötigten) Mengen Deine
eigenen Acryl-, Öl-, Wasser- oder andere Farben herstellen.
Der Vorteil beim Selbstanfertigen der Encaustic-Farben liegt zum
Einen beim Spass an der Sache und zum Anderen beim Stolz darauf,
die Farben selbst gemacht zu haben.
Aber ein weiterer und (für mich somit der Hauptgrund) ist die
Kontrolle über die gewünschte Konsistenz und Beschaffenheit der
Farbe.
Ebenso liegen die Fakten in Punkto Wirtschaftlichkeit klar auf der
Hand: Du kannst zu jederzeit die Menge der Farbe bestimmen, die Du
für Deine Zwecke anfertigen willst und bist somit sicher, dass
sie aus 'einem Guss' gemacht ist; also keinen geringfügigen
Farbschwankungen unterliegt.
Ob die fertig zu kaufenden Encaustic-Farben billiger oder teurer
sind, hängt davon ab, welcher Pigment-Qualität der Vorzug
gegeben wird. Generell denke ich, das selbsthergestellte Farben
auf Dauer und Mengen gesehen letztendlich billiger sind.
Denke beim Mischen der Farbpigmente daran, das Du von den drei
Primär-Farben: Rot, Gelb und Blau die Sekundär-Farben wie: alle
Grüns, Violets, Oranges usw. mischen kannst. Wenn Du nicht firm
bist mit dem Verhältnis der Farben zueinander, dann kannst Du den
folgenden Link in meiner Website benutzen, um einen ausführlichen
Artikel über die Farb-Theorie und das davon abgeleitete
'Farben-Rad' zu lesen: 'farben-theorie'.
Viele Künstlerbedarfsartikel-Geschäfte bieten kleine Mengen an
Pigmenten in 20, 50 oder 100 Gramm Packungen an. Wenn die Pigmente
in Papiertütchen sind, dann fülle sie am besten in kleine
Gläser mit einem verschliessbaren Deckel um. Diese Massnahme
hält die Pigmente von jeglicher Feuchtigkeit und auch von
Luftfeuchtigkeit fern.
Kaufe Dir als Anfänger in Encaustic nicht unbedingt die echten
(und damit auch die teuersten) Pigmente. In diesem Stadium des
Experimentierens genügen die Ersatz-Qualitäten, welche meist auf
chemischer Basis künstlich hergestellt sind. Auch mit diesen
wirst Du dazu in der Lage sein, prima Ergebnisse herstellen zu
können.
Die Rezeptur um Deine eigenen Encaustic-Farben herzustellen hängt
davon ab, in welcher Mal-Technik Du sie einsetzen willst - ob
lasierend oder pastos. Ein gut gemeinter Rat ist: schmelze zuerst
das Wachs in einer Menge, die Du einmal ausprobieren willst - erst
dann füge etwas von dem Farbpigment hinzu, dessen Menge Du weiter
steigern kannst. Damit kannst Du die von Dir gewünschte
Farbkonsistenz von lasierendem nach pastosen Verhalten selbst
bestimmen. Das heisst: viel Wachs und wenig Pigment ergibt eine
Farbe, ähnlich dem leicht fliessenden Verhalten von Wasser-
oder Aquarellfarben. Viel Pigment und wenig Wachs ergibt eine
Farbe, die steifer zu verarbeiten ist und eine mehr deckende
Charakteristik aufweist.
Trotzdem zeigt auch hier die Encaustic wieder ihre Vorteile:
sollte Dir die angemischte Farbe zu steif und dick sein, kannst Du
sie jederzeit durch Zugabe von weiterem, einzuschmelzendem Wachs
verdünnen oder verlängern.
Ein Tip zum leichteren Mischen der Pigmente mit dem Wachs: Füge
etwas Terpentin zu den Pigmenten und mische diese Mixture zu einer
Paste. Dann lösen sich Pigmente leichter in dem geschmolzenen
Wachs auf.
Bist Du erst richtig auf den Geschmack gekommen, mit der Technik
der Encaustic-Malerei weiter fortzuschreiten, weil Du die schier
unbegrenzten Anwendungsmöglichkeiten dieses Mediums erkannt hast,
dann steht Dir immer noch der Kauf einer besseren
Pigment-Qualität frei; mit deren Vorteilen, warum sie von
etablierten Künstlern bevorzugt wird. (z.B. Lichtechtheit,
Deckkraft etc.)
Noch ein
wichtiger Hinweis zum Schluss - Sicherheitsmassnahmen:
Schaue
Dir die Verpackungen der Pigmente sehr genau an und lese die
Hinweise über Sicherheit, die vom Hersteller aufgedruckt wurden.
Es gelten bei den Pigmenten zwei Hauptregeln:
1. Vermeide das Einatmen von Pigment-Staub und
2. Hände gründlichst waschen nach dem Hantieren mit rohen
Pigmenten.
In der Regel sind Pigmente harmlos, da sie aus gebrannten Erden
hergestellt wurde, aber es sind auch einige richtige 'Bastards'
darunter, deren Ursprung meist chemischer Natur ist. Sind diese
Pigmente erst einmal in Wachs gebunden, ist Entwarnung angesagt.
Also keine generelle Panik, sondern einfach etwas Vorsicht walten
lassen, wie bei allen anderen Dingen auch, die mit der Malerei zu
tun haben.
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