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Lerne den Umgang mit der Encaustic-Technik
Encaustic
• Einfache Methoden 2 -

 

 


Inhaltsübersicht:

 
 

  1. Einfache Beschreibung
  2. Geschichtlicher Hintergrund (
wirklich kurz)
  3. Die einfache Methode
  4. Vorzüge
 
5. Malgründe allgemein
  6. Weisse Malgründe
  7. Pinsel & Reinigung
  8. Pigmente
  9. Wachs
10. Hitze & Erhitzen
11. Über Hitze
12. Zusätzliche Werkzeuge
13. Der 'Einbrenn-Prozess'
14. Altertümliche Techniken (
ausführliche Artikel und Abbildungen)
15. Rezepturen für das Mischen

 

 

5. Malgründe allgemein:


Du kannst auf so ziemlich allem nur erdenklichen malen: Papier, Karton, Pappe, Leinwand, Textilien, Holz, Sperrholz, Hartfaserplatten, rohe oder beschichtete Presspanplatten, MDF,  Stein, Ton, Keramik, jeglichem Metall, Leder, Glas, Plastik und auf Wachs selbst. Deiner Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, einen neuen Malgrund für die Encaustic-Technik zu finden.
Aber bedenke dabei, das Wachs von spröder, brüchiger Natur ist. Am besten ist es auf stabilem Untergrund geeignet.
Der Untergrund sollte von etwas aufsaugender, poröser Art sein, damit das Wachs auf ihm haften kann. Ist das nicht der Fall, so kannst Du etwas nachhelfen, indem Du mit geeigneten Werkzeugen oder Sandpapier die Oberflächen leicht anrauhst, damit das Wachs besser haften kann.
Eine weitere Möglichkeit ist, auf dem Malgrund eine Schicht Vorstreich- oder Untergrund-Farbe aufzutragen - an der Stelle, an der die Encaustic-Farbe haften soll. Hierzu kann das gleiche Material benutzt werden, das Du in der Ölmalerei zum Grundieren von Leinwand nehmen würdest: einen Gips- oder Kreide-Grund.

Aber bitte benutze keinen Grundierfarbe auf Acryl-Basis oder Acryl-Primer, denn diese geben dem Wachs nicht den erforderlichen Halt, da sie zu glatt sind.

Manche Künstler benutzen beim Auftragen der Farben eine Hitzequelle hinter dem Malgrund - in diesem Falle: Leinwand. Sie sollte sich in horizontaler Lage befinden, damit flüssiges Wachs nicht zu laufen anfängt.
Ein Nachteil von gespannter Leinwand ist, dass sie im Laufe der Jahre vielen Temperaturschwankungen und veränderter Luftfeuchtigkeit ausgesetzt ist. Dies kann dazu führen, dass die Encaustic-Farben Risse bilden. Ebenso kann das Gewicht des Wachses (wenn es dick und impasto aufgetragen wurde) mit dazu beitragen, dass selbst eine stramm gespannte Leinwand zur Mitte hin absinkt.
Wie bereits weiter oben beschrieben eignen sich harte, stabile Malgründe am besten.

Willst Du einen neuen, ungewöhlichen und bisher unüblichen Malgrund ausprobieren, so eignet sich am besten die folgende Test-Methode:
trage etwas Encaustic-Farbe auf ein Teststück des gewünschten Untergrundes auf und stelle es für ein paar Stunden beiseite. Versuche dann später mit einem Meissel oder einem Schaber die Farbe vom Untergrund abzulösen. Geht sie in einem Stück glatt und sauber ab, dann hatte sie sich nicht mit dem Untergrund verbunden und dieser sollte angerauht oder entsprechend anders vorbehandelt werden.
Um ganz auf Nummer Sicher zu gehen, lege das Teststück des Malgrundes für ca. eine halbe Stunde in die Gefriertruhe bevor Du Deinen Test machst.

 
 
6. Weisse Malgründe für Encaustic:

Der traditionelle Weg, um weisse Malgründe für Encaustic herzustellen, ist die Leim/Kreidegrund-Methode. Weich, glatt und leicht saugend ist es ein wunderbarer Malgrund, um darauf angenehm zu arbeiten. Aber die Herstellung ist sehr arbeitsintensiv und zeitaufwendig.

Ein einfacherer, leichter herzustellender Malgrund kann aus schwerem, weissem Aquarell-Papier für Wasserfarben oder dickem, weissen Papier aus eine Druckerei angefertigt werden, wenn diese Papiere auf einen stabilen Untergrund geklebt werden. Je schwerer das Papier ist, um so mehr saugt dieser Malgrund. Das Papier wird am besten mit etwas wasser-verdünntem Holzleim oder PVA-Kleber auf Sperrholzplatten geklebt, die eine Stärke von etwa 8 - 12 Millimeter haben. Ebenso gut kannst Du einen dünnen Anstrich aus Acryl-Malmittel verwenden. Um eine gleichmässige Klebewirkung zu erreichen, lege eine zweite Platte auf das aufgeklebte Papier und beschwere sie mit einem Stapel dicker Bücher.
Ein weiterer Trick ist: ein Bügeleisen (auf eine niedrige Temperatur gestellt) und damit das frisch aufgeklebte Papier regelrecht festzubügeln.
Verwende nicht die billigste Sorte von Sperrholz, da das Furnier sich leicht ablösen kann, wenn Du den verdünnten Holzleim zum Aufkleben des Papieres aufstreichst. Die besseren und etwas teureren Sorten werden es wohl nicht tun, aber teste lieber vorher auf einem Abfallstück den Vorgang.

Benutzt Du eine Hartfaserplatte, dann bestreiche auch die Rückseite der Platte mit dem gleichen Kleber, den Du für das Papier verwendest. Führe diesen Schritt erst aus, wenn die Vorderseite völlig trocken ist. Diese Massnahme gleicht die Spannung aus, die der Kleber beim Trocknen auf die Vorderseite der Platte ausübt. Gleichzeitig verhinderst Du damit auch, dass sich die Platte verzieht, oder wellt.
Malst Du grossformatig, dann ist es eine gute Idee, die Rückseite der Platte mit einer Art Lattengerüst zu verstärken. Am besten eignen sich hierfür 25x50 Millimeter starke Leisten, die mit der schmalen Seite (25 Millimeter) aufgeleimt werden. Benutze keine Nägel oder Schrauben - nur Holzleim. Ein Extra-Anstrich mit Leim auf dieser unterstützten Rückseite der Platte ist dann nicht nötig.

Nachdem das Papier auf den stabilen Untergrund geklebt und alles auch  ordentlich getrocknet ist, trage einen dünnen Anstrich aus geschmolzenem Bienenwachs auf, bei ca. 80-85°C (180°F). Dies dient als Isolierschicht die verhindert, dass Farbe in das Papier zieht und damit seine Leuchtkraft verliert. Das Wachs sollte gut und gleichmässig mit einem Pinsel und einem Fön oder einer Heissluft-Pistole aufgetragen werden. Kratze oder bürste überschüssiges Wachs ab.

Papiere, die vom Gewicht her eher leicht oder dünner sind als die schweren Aquarell-Papiere sind, neigen dazu durch das Auftragen von Wachs durchscheinend zu werden. Meist resultiert das in einer Art von gräulichem Farbton, der sich sehr gut als 'neutral-farbiger' Untergrund eignet.
Willst Du aber den strahlend weissen Untergrund behalten, dann eignet sich am besten ein Anstrich mit Acryl-Vorstreichfarbe auf dem stabilen Untergrund. Wenn dieser getrocknet ist, dann erst klebe das Papier auf. Damit erreichst Du, dass eine weisse Reflektionsschicht sichtbar bleibt durch das dünne, aufgeklebte durchscheinende Papier.
Bei der Verwendung einer Hartfaserplatte ist zu beachten, dass beim vorgenannten Verfahren diesmal zwei Lagen von verdünntem Holzleim oder Acryl-Malmedium auf der Rückseite der Platte aufgetragen werden. Die erste Schicht, wenn die weisse Vorstreichfarbe auf der Vorderseite durchgetrocknet ist und die zweite Schicht, wenn das Papier auf der Vorderseite aufgeklebt wurde und der Kleber getrocknet ist.

Selbverständlich musst Du nicht ausschliesslich weisses Papier benutzen. Sehr gut eignen sich auch farbige Papiere, handgemachte Papiere oder dicke Papiere, in denen natürliche Bestandteile eingeschlossen sind (China- und Japan-Papiere z.B.). Diese Sonderarten von dicken Papieren eröffnen die Möglichkeiten für viele aussergewöhnliche Effekte.
 
 
7. Pinsel & Reinigung:

Am besten eignen sich Pinsel hergestellt aus Naturhaaren, benutze keine Synthetik-Borsten, da diese sich während des Malvorganges in der Arbeitstemperatur verformen oder schmelzen würden. Benutze auch auf keinen Fall Deine Sammlung der teuren Rotmarder-Pinsel in der Experimentier-Phase - früher oder später wären sie ruiniert in dieser missbräuchlichen Methode. Die natürlichen Borstenpinsel sind die besten Werkzeuge für alle Arbeiten rund um Encaustic. Weiche Haarpinsel eignen sich für Lasuren oder mehr detailierte Arbeit in der Encaustic-Technik.

Du kannst Deine Pinsel von der zuletzt benutzten Encaustic-Farbe reinigen, indem Du sie in irgend ein billiges Wachs tauchst (halte neben Deinen Arbeitsfarben eine Dose damit auf der Heizplatte bereit). Dieser Schritt schmilzt überschüssige Farbe weg und Du kannst den Pinsel in die nächste Farbe tauchen. Benutze das billige, heisse Wachse genau so, als würdest Du in der Ölmalerei Terpentin benutzen.
Eine Methode, die sich für mich bewährt hat, ist das Benutzen eines Pinsels für eine spezifischen Farbbereich (einen für die Rots, einen für die Blaus, einen für die Gelbs usw.) Du kannst aber auch nur einen einizigen Pinsel für alle Farbbereiche benutzen, wenn Du die Reinigungsmethode anwendest, die ich vorhergehend beschrieben habe.

Wenn Du irgend ein Werkzeug oder eine Oberfläche wieder 'ent-wachsen' musst, kannst Du ein Lösungsmittel nehmen, das auf Mineralbasis hergestellt wurde. Im englischen Sprachraum heisst dieses Lösungsmittel 'white spirit', frage in einem Farben-Fachhandel danach. Nachdem Du deine Pinsel in diesem Lösungsmittel gereinigt hast, kannst Du sie wie nach einem gewohnten Gebrauch von Öl-, Alkyd- oder Acryl-Farben in lauwarmen Wasser mit etwas Seife reinigen und anschliessend natürlich trocknen lassen.
 
 
Extra Vorsicht beim Gebrauch von Lösungsmitteln:
Benutze keine Lösungsmittel in der Nähe Deiner Hitzequelle für die Farben, denn das Erwärmen eines Lösungsmittels steigert dessen Entflammbarkeit dramatisch.
Besondere Vorsicht ist auch geboten, wenn ein Lösungsmittel auf erhitzten Werkzeugen oder was auch sonst immer benutzt wird, denn dabei können durch das Einatmen der Dämpfe Gesundheitsschäden hervorgerufen werden.
Ebenso wird durch Erhitzen von Lösungsmitteln deren Giftigkeit gesteigert.

 
 
8. Pigmente:

Wenn durch diesen Artikel über Encaustic Dein Hunger auf's Ausprobieren geschürt wurde, dann kaufe Dir für den Anfang nur die Pigmente der Grundfarben des Farbspektrums. Eine einfache Auswahl von Kadmium-Rot, Zitronen-Gelb und Ultramarin-Blau eignen sich hervorragend. Eine erweiterte Farbpalette kannst Du Dir durch eigenes Mischen der Pigmente herstellen. Lese dazu weiter unten. (Eigenes Mischen ist eine gute Wiederholung des Wissens darum, wie Farben arbeiten.) Solltest Du aber nicht auf den Pfennig schauen müssen, dann steht der Auswahl an fertigen Pigmenten nur die Höhe Deines Bankkontos entgegen.
Willst Du Deine Farbpalette noch um ein Schwarz und Titanium-Weiss erweitern wollen, so musst Du mit grösseren Mengen dafür rechnen, denn gewöhnlich werden diese beiden Farben in Packungen von mindestens 100 Gramm und grösser angeboten. Aber mach Dir nichts daraus, der Preis ist nicht übermässig teuer und Du kannst von den restlichen (oder nicht benötigten) Mengen Deine eigenen Acryl-, Öl-, Wasser- oder andere Farben herstellen.

Der Vorteil beim Selbstanfertigen der Encaustic-Farben liegt zum Einen beim Spass an der Sache und zum Anderen beim Stolz darauf, die Farben selbst gemacht zu haben.
Aber ein weiterer und (für mich somit der Hauptgrund) ist die Kontrolle über die gewünschte Konsistenz und Beschaffenheit der Farbe.
Ebenso liegen die Fakten in Punkto Wirtschaftlichkeit klar auf der Hand: Du kannst zu jederzeit die Menge der Farbe bestimmen, die Du für Deine Zwecke anfertigen willst und bist somit sicher, dass sie aus 'einem Guss' gemacht ist; also keinen geringfügigen Farbschwankungen unterliegt.
Ob die fertig zu kaufenden Encaustic-Farben billiger oder teurer sind, hängt davon ab, welcher Pigment-Qualität der Vorzug gegeben wird. Generell denke ich, das selbsthergestellte Farben auf Dauer und Mengen gesehen letztendlich billiger sind.

Denke beim Mischen der Farbpigmente daran, das Du von den drei Primär-Farben: Rot, Gelb und Blau die Sekundär-Farben wie: alle Grüns, Violets, Oranges usw. mischen kannst. Wenn Du nicht firm bist mit dem Verhältnis der Farben zueinander, dann kannst Du den folgenden Link in meiner Website benutzen, um einen ausführlichen Artikel über die Farb-Theorie und das davon abgeleitete 'Farben-Rad' zu lesen: 'farben-theorie'.

Viele Künstlerbedarfsartikel-Geschäfte bieten kleine Mengen an Pigmenten in 20, 50 oder 100 Gramm Packungen an. Wenn die Pigmente in Papiertütchen sind, dann fülle sie am besten in kleine Gläser mit einem verschliessbaren Deckel um. Diese Massnahme hält die Pigmente von jeglicher Feuchtigkeit und auch von Luftfeuchtigkeit fern.
Kaufe Dir als Anfänger in Encaustic nicht unbedingt die echten (und damit auch die teuersten) Pigmente. In diesem Stadium des Experimentierens genügen die Ersatz-Qualitäten, welche meist auf chemischer Basis künstlich hergestellt sind. Auch mit diesen wirst Du dazu in der Lage sein, prima Ergebnisse herstellen zu können.

Die Rezeptur um Deine eigenen Encaustic-Farben herzustellen hängt davon ab, in welcher Mal-Technik Du sie einsetzen willst - ob lasierend oder pastos. Ein gut gemeinter Rat ist: schmelze zuerst das Wachs in einer Menge, die Du einmal ausprobieren willst - erst dann füge etwas von dem Farbpigment hinzu, dessen Menge Du weiter steigern kannst. Damit kannst Du die von Dir gewünschte Farbkonsistenz von lasierendem nach pastosen Verhalten selbst bestimmen. Das heisst: viel Wachs und wenig Pigment ergibt eine Farbe, ähnlich dem leicht fliessenden Verhalten  von Wasser- oder Aquarellfarben. Viel Pigment und wenig Wachs ergibt eine Farbe, die steifer zu verarbeiten ist und eine mehr deckende Charakteristik aufweist.
Trotzdem zeigt auch hier die Encaustic wieder ihre Vorteile: sollte Dir die angemischte Farbe zu steif und dick sein, kannst Du sie jederzeit durch Zugabe von weiterem, einzuschmelzendem Wachs verdünnen oder verlängern.

Ein Tip zum leichteren Mischen der Pigmente mit dem Wachs: Füge etwas Terpentin zu den Pigmenten und mische diese Mixture zu einer Paste. Dann lösen sich Pigmente leichter in dem geschmolzenen Wachs auf.

Bist Du erst richtig auf den Geschmack gekommen, mit der Technik der Encaustic-Malerei weiter fortzuschreiten, weil Du die schier unbegrenzten Anwendungsmöglichkeiten dieses Mediums erkannt hast, dann steht Dir immer noch der Kauf einer besseren Pigment-Qualität frei; mit deren Vorteilen, warum sie von etablierten Künstlern bevorzugt wird. (z.B. Lichtechtheit, Deckkraft etc.)

Noch ein wichtiger Hinweis zum Schluss - Sicherheitsmassnahmen:
Schaue Dir die Verpackungen der Pigmente sehr genau an und lese die Hinweise über Sicherheit, die vom Hersteller aufgedruckt wurden. Es gelten  bei den Pigmenten zwei Hauptregeln:
1. Vermeide das Einatmen von Pigment-Staub und
2. Hände gründlichst waschen nach dem Hantieren mit rohen Pigmenten.
In der Regel sind Pigmente harmlos, da sie aus gebrannten Erden hergestellt wurde, aber es sind auch einige richtige 'Bastards' darunter, deren Ursprung meist chemischer Natur ist. Sind diese Pigmente erst einmal in Wachs gebunden, ist Entwarnung angesagt. Also keine generelle Panik, sondern einfach etwas Vorsicht walten lassen, wie bei allen anderen Dingen auch, die mit der Malerei zu tun haben.
 
 
 
 


Hinweis in eigener Sache: 'über Pigmente'
Schon bald kannst Du hier an dieser Stelle klicken, um einen Artikel mit allem Wissenswerten über die verschiedensten Pigmente und deren Farb-Verhalten zu erfahren. Aber bitte habe etwas Geduld.

 
 
 
 
9. Wachs:

Ich habe die verschiedensten Sorten von Wachs ausprobiert. Natürliches Bienenwachs ist gelblich in seiner Farbe und meine selbstgemixten Farben hatten dadurch bedingt oftmals einen gelblichen Farbstich, den ich nicht wollte. Danach habe ich gereinigtes und gleichzeitig gebleichtes Bienenwachs versucht. Dessen neutrales Farbverhalten kommt mehr meinem persönlichen 'Farbgefühl' entgegen. Aber das ist eine Frage des persönlichen Geschmackes und es hängt davon ab, welches Ergebnis man erzielen will.

Es gibt noch die Möglichkeit des 'industriellen Waches' oder von 'Stearin', welches meist in Kerzen verwendet wird. Bei diesen Wachssorten bin ich mir über deren Anwendung für künstlerische Malzwecke noch nicht so ganz schlüssig in Bezug auf Haltbarkeit und Farbneutralität über Jahre hinweg.

 
 
10. Hitze-Quellen:

Eine einfache dünne, aber stabile Metallplatte mit 4 Teelichtern darunter stellte meine erste selbstgebaute Heizplatte für das Angefertigten von Farben und deren flüssigen Zustand zum Malen für mein allererstes Encaustic-Experiment dar. Zwei Backsteine rechts und links unter der Platte gaben ihr einen stabilen, feuerfesten Halt auf dem sie sicher ruhte.
Als Behälter für meine selbst herzustellenden Farben benutzte ich kleine, saubere Lebensmittel-Blechdosen, die ich in ungefähr halber Höhe mit einer Eisensäge durchschnitt, um kleine, flache Näpfe zu erhalten in denen ich das Wachs schmelzen konnte. Die Ränder der Schnittkanten habe ich rundgefeilt, um mich nicht im Eifer des Gefechtes an ihnen zu schneiden.
Es gibt aber auch in Haushaltswaren-Geschäften flache Backformen mit Antihaft-Belag und mit 6 oder 12 Mulden (um amerikanische Muffins zu backen).

Etwas seriösere Hitzequellen sind z.B.: ein elektrischer Tischgrill, ein elektr. temperaturgeregelter Réchaud (Platte zum Warmhalten von Speisen, wird oftmals in Restaurants benutzt) oder aber eine elektrische Bratpfanne. Viele dieser Dinge kann man auf einem Flohmarkt günstig gebraucht erwerben. Zwei Dinge sollten aber auf jeden Fall oberstes Gebot sein:
1. dieser Apparaturen nie wieder zum Zubereiten von Speisen zu benutzen;
2. wenn es irgendwie geht, gänzlich auf den Einsatz von offenen Flammen zum Erhitzen verzichten, um einer Brandgefahr vorzubeugen.
Der Maler Van Gogh schnitt sich ein Ohr ab - wir als Encaustic-Künstler wollen jedoch nicht in Flammen aufgehen (dann lieber in unserer Kunst).

 
 
11. Über Temperaturen:

Bienenwachs schmilzt bei 65°C (163F), einige der fertig zu kaufenden Encaustic-Farben schmelzen bei 72°C (162°F). Eine gute Arbeitstemperatur ist ungefähr bei 93°C (200°F). Der Hauptpunkt bei der Temperaturwahl ist, das Dein Wachs gut geschmolzen und dünnflüssig ist. Es gibt keinen erforderlichen Grund für höhere Temperaturen. Wenn Bienenwachs zu heiss wird, bei ca. 148°C (275°F), fängt es an zu rauchen und Du wirst einen scharfen, beissenden Geruch wahrnehmen.
 
 

Besondere Vorsicht: zu hohe Temperaturen - mehr als 93°C (200°F) - können das Wachs und einige der Pigmente unbrauchbar machen.

Ebenso sei an dieser Stelle bemerkt, das eine Mixtur aus Pigmenten und Wachs über eine Temperatur von 93ºC (200ºF) hinaus sehr giftig werden kann.
Ausschlaggebend ist hierbei meist das verwendete Pigment (dann in Kombination mit dem Wachs)
. Also unterschätze bitte nicht die Dämpfe Deiner Gebräue, die Du hergestellt hast.

Dies ist aber auch wirklich schon der einzigste Nachteil in allen Prozeduren, die mit der Encaustic-Technik zusammenhängen. Sei nicht generell ängstlich wegen diesem giftigen Punkt - wenn Du die Temperaturen unter der Gefahrengrenze von 93°C (200°F) hälst, ist alles in Ordnung - keine Gefahr, keine Gesundheitsschädigung ist in Zusammenhang mit der Encaustic-Technik zu befürchten. Male, was Dein Herz begehrt und sorge, wie in jedem normalen, guten Studio oder an Deinem bevorzugten Arbeitsplatz, für eine ausreichend gute Ventilation und Du setzt Dich keinen Gefahren aus.

 
 
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geplant und hier bald zu lesen:
"Encaustic - Erweiterte Methoden & Techniken"

 


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