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12. Zusätzliche
Werkzeuge mit denen man arbeiten kann:
Der Arbeitsprozess mit Encaustic verlangt ein paar Werkzeuge, die
in der tradtionellen Art und Weise des Malens nicht eingesetzt
werden. In erster Linie handelt es sich dabei um Werkzeuge, die
zum Erhitzen der Farben benutzt werden.
Dies sind heizbare Platten, auf denen die Näpfe mit den
selbstangefertigten Farben untergebracht sind, damit diese
flüssig bleiben.
Desweiteren sind ein Fön oder eine Heissluftpistole notwendig, um
die Farblagen mit einander zu verbinden oder um das gesamt
Gemälde 'einzubrennen.'
Sonstige Werkzeuge sind diejenigen, welche schon zum Malen mit
anderen Medien vorhanden sind: Pinsel verschiedener Stärken und
Formen sowie Palettenmesser in den bevorzugten Formen.
Diese knappe Aufzählung umfass im Groben die beiden Arten mit
denen Farbe in der Encaustic-Technik behandelt wird: aufgemalt und
modelliert.
Darüberhinaus kann man alles andere benutzen, das Muster oder
Strukturen in der weichen recht weichen Farbbasis erzeugt. Auch
hier sind der eigenen Kreativität wiederum keine Grenzen gesetzt.
Zum Einsatz können kommen:
Schnitzmesser, Rasierklingen, Spachtel, Schaber, Dental-Werkzeuge,
Modellier-Werkzeuge, Werkzeuge die für den Kupferstich benutzt
werden, Lötkolben, Reiss-Nadeln und Reiss-Ahlen sowie alle
anderen gefundenen und verwendbaren Gegenstände.
Firmen in Amerika bieten spezielle Encaustic-Werkzeuge an, bei
denen es sich um elektrisch beheizte Spachtel handelt, die
verschiedenst geformt sind. Auch Werkzeuge, die feinste bis feine
Linien mit flüssiger Wachs-Farbe
erzeugen, sind dort erhältlich.
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13. Der
'Einbrenn-Prozess':
Sind
Deine Gemälde in der traditionellen Methode mit Pinseln
entstanden, dann hast Du heisse Wachsfarbe über eine andere
Wachsfarbe aufgetragen, die schon abgekühlt und erhärtet ist.
Diese Art der Encaustic-Technik braucht zum Abschluss einen
letzten Arbeitsgang: den 'Einbrenn-Prozess'.
Vereinfacht heisst das: die einzelnen Lagen der Farbschichten
werden miteinander verbunden.
Dieser Vorgang kann sehr einfach durchgeführt werden: lege Dein
Gemälde auf einen eben, flachen Untergrund und führe einen
heissen Haar-Fön in angemessenem Abstand ein paar mal darüber
vorsichtig hin und her. Führe den Fön in Schlangenlinien von
rechts nach links und von oben nach unten, damit alle Gebiete
Deines Gemäldes etwas von der Hitze abbekommen haben.
Dieser Arbeitsschritt sollte genauestens beobachtet werden, denn
eine zu starke Hitzezufuhr kann ein 'Ineinanderlaufen' der
einzelnen Farbschichten verursachen.
Am besten übst Du diesen Schritt an einem Test-Stück, bei dem es
nicht so genau darauf ankommt und damit ein gelungenes Meisterwerk
nicht zerstört wird.
Beim
'Einbrennen' der Encaustic-Farben wirst Du beim testen sehr
schnell feststellen, das auch dieser Schritt eine Vielzahl an
kreativen Möglichkeiten eröffent. Du kannst Dein Gemälde nur
ein wenig oder sehr dramatisch in diesem Moment verändern. Farben
können tiefer einsinken oder aufsteigen (abhängig von den
verwendeten Pigmenten), die Kanten von harten Farbübergängen
können verschwimmen, Formen können verändert werden, Muster in
Oberflächen können erarbeitet oder aber verändert werden.
Ein weiteres
Werkzeuge zum 'Einbrennen' ist z.B. eine infrarote Wärmelampe,
die ein gleichmässiges erwärmen und zusammenschmelzen der
einzelnen Farblagen gewährleistet.
Du wirst generell feststellen, dass verschiedene Farben zu
unterschiedlichen Zeitpunkten schmelzen. Dies kommt von den
abweichenden chemischen Kompositionen der Pigmente, sowie auch
deren spezifisches Gewicht. Dunklere Farben nehmen mehr Wärme auf
und schmelzen daher eher.
14. Rezepturen
für das Mischen
Die
klassische Methode ist (wie bereits mehrfach erwähnt)
geschmolzenes Bienenwachs mit einer entsprechenden Menge an
Farbpigmenten (je nach gewünschter Deckungskraft der Farbe) zu
mischen. Aber es gibt noch weitere Zusätze, die man der
Bienenwachs/Farbpigment-Mischung hinzufügen kann.
Dies können Balsame oder Harze sein. Damit wird das Mal-Verhalten
der gemischten Farbe beeinflusst. Zum Bienenwachs können die
folgenden Zusätze hinzugemischt werden: Leinsamen-Öl,
Lärchen-Terpentin, Dammar Kristalle, Mastix, Kolophonium-Harz,
Carnauba-Wachs und Kopal-Harz.
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Wachs-Paste:
- Zutaten:
1 Teil Bienenwachs (gebleicht oder natur)
3-6 Teile Terpentin
- Vorgehensweise: Schmelze das Bienenwachs in einem
doppelten Behälter, wobei der äussere kochendes Wasser enthält
und der innere zur Aufnahme des Wachses gedacht ist. Wenn das
Wachs geschmolzen ist, drehe die Wärmezufuhr ab und gebe das
Terpentin hinzu. Rühre diese Mixtur sanft, bis sie sich
vollkommen vermischt hat. Verschliesse den Behälter und lasse den
Inhalt abkühlen. Dieses Produkt sollte in einem Behälter
aufbewahrt werden, der luftdicht verschlossen werden kann.
- Gebrauch: Das Produkt stellt eine weiche Paste dar, die
genau so gut als Ölmalmittel wie auch als Bindemittel für
Pigmente benutzt werden kann. Um Farbe herzustellen, feuchte das
Farbpigment mit etwas Terpentin an, bis es ein weiche Paste
bildet. Füge danach die selbsthergestellte Wachs-Paste hinzu, bis
die gewünschte Farbkonsistenz erreicht ist.
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Gehärtete Wachs-Paste:
-Zutaten:
2 Teile Bienenwachs (nach Gewicht)
1 Teil ungebleichtes Carnauba-Wachs (nach Gewicht)
6 Teile Terpentin (nach Gewicht)
- Vorgehensweise: Wie bei der o.a. Wachs-Paste wird das
Bienenwachs in einem doppelten Behälter erhitzt und mit 3 Teilen
des Terpentins vermischt. In einem zweiten doppelten Behälter
wird das Carnauba-Wachs erhitzt. Vermische das geschmolzene
Carnauba-Wachs mit den verbleibenden 3 Teilen des Terpentins.
Mische danach die Mixtur aus Bienenwachs/Terpentin mit der Mixtur
aus Carnauba-Wachs/Terpentin und rühre kraftvoll während das
Ergebnis abkühlt.
- Gebrauch: Diese gehärtete Wachspaste ergibt in ihrer
Anwendung einen grossartigen 'letzten Schliff', denn sie kann auf
Hochglanz poliert werden, nachdem sie aufgetragen wurde.
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Grundsätzliche Encaustic-Farbe:
-Zutaten:
Bienenwachs
Pigment
Carnauba-Wachs (falls gewünscht)
Dammar-Harz (falls gewünscht)
- Vorgehensweise: Schmelze das Bienenwachs, feuchte die
Pigmente mit Terpentin an und mische sie zu einer Paste; füge
diese in das geschmolzene Bienenwachs bis die gewünschte
Deckkraft der Farbe erreicht ist. Wenn diese Mischung am Abkühlen
ist, dann rühre weiter, damit die Pigmente (welche schwer sind
als das Wachs) sich nicht auf dem Boden absetzen.
Carnauba-Wachs: es sollte gleichzeitig mit dem Bienenwachs
geschmolzen werden, bevor Farbpigmente in diese Mischung gegeben
werden. Der Zusatz von Carnauba-Wachs gibt der fertigen Farbe eine
widerstandsfähigere Oberfläche und einen höheren Schmelzpunkt.
Dammar Kristalle: auch diese sollten zum Bienenwachs
hinzugefügt werden, bevor die Farbpigmente untergerührt werden.
Die Zugabe von Dammar ergibt ebenfalls eine widerstandsfähigere
Oberfläche and fügt ebenfalls einen leichten Glanz hinzu.
Vermeide ein Überhitzen der Farbe aus dieser Mixtur, denn es
hätte eine Trennung von Wachs und Farbpigmenten zur Folge.
Mit ein wenig Nachforschungsarbeit können bestimmt noch weitere
Rezepte für die Encaustic-Technik ausfindig gemacht werden. Sei
auf jeden Fall gewillt zu experimentieren, um herauszufinden, was
machbar ist und was nicht.
Wie immer auch an dieser Stelle noch ein Sicherheits-Hinweis:
Vermeide das Verspritzen der Wachs/Terpentin-Mischung auf Deine
Heizplatte oder in eine Heizflamme, denn die Wachs-Paste ist
extrem leicht entzündlich und nur schwer zu löschen, wenn sie
einmal Feuer gefangen hat.
15.
Altertümliche Techniken (ausführlicher Artikel und Abbildungen)
bitte
hier klicken: ancient
techniques about encaustic
- derzeit leider nur in
Englischer Sprache - wird aber bald übersetzt.
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